(Berlin, 20. Mai 2006)Rankings und “League tables” von Hochschulen sind ein globales Phänomen geworden. Sie folgen unterschiedlichen Zielsetzungen: Sie erfüllen den Bedarf von Konsumenten nach einfach aufbereiteter Information über Hochschulen; sie stimulieren den Wettbewerb unter Hochschulen; sie bieten Anhaltspunkte für die Verteilung von Mitteln und sie helfen, zwischen verschiedenen Typen von Hochschule sowie zwischen Studiengängen und Disziplinen zu unterscheiden. Zusätzlich könne sie, wenn sie richtig genutzt und interpretiert werden, auch zur Definition von „Qualität“ von Hochschulen beitragen und somit eine wichtige Ergänzung der Qualitätssicherung sein ,wie sie von staatlichen und unabhängigen Agenturen durchgeführt wird.

Dies hat dazu beigetragen, dass Rankings in vielen Ländern ein Teil des Systems der Qualitätsbewertung von Hochschulen geworden sind. Es ist zu erwarten, dass in einer wachsenden Zahl von Ländern Hochschulrankings entstehen. Mit Blick auf diese Entwicklung ist es wichtig, dass sich diejenigen, die Rankings erstellen, selbst der Verantwortung für die Qualität der Rankings bewusst sind – mit Blick auf Datenerhebung, Methodik und Verbreitung der Ranking-Ergebnisse.

Vor diesem Hintergrund wurde 2004 vom UNESCO European Centre for Higher Education (UNESCO-CEPERS) und vom Institue for Higher Education Policy in Washington, DC die „International Ranking Expert Group (UREG) gegründet. Im Rahmen dieser Initiative wurden während des zweiten Treffens von IREG (vom 18. Bis 20.Mai 2006 in Berlin) eine Sammlung von Prinzipien für gute Ranking-Praxis vorgestellt – die the Berlin Principles on Ranking of Higher Education Institutions.

Es ist zu erwarten, dass diese Initiative einen Rahmen hat für die weitere Entwicklung von Rankings – seien sie national, regional oder global – geschaffen hat, der letztlich zu einer kontinuierlichen Verbesserung und Verfeinerung der Methoden von Hochschulrankings führt.
Angesichts der Unterschiedlichkeit der Methoden von Rankings, werden die hier vorgestellten Prinzipien für die Verbesserung und für die Bewertung von Rankings nützlich sein.
 
Hochschulrankings sollten:

A) Ziele und Funktionen von Rankings
1.    eines unter mehreren Instrumenten zur Bewertung der Inputs, Prozesse und Outputs von Hochschulen sein. Rankings können vergleichende Informationen über Hochschulen bereitstellen und zu einem verbesserten Verständnis von tertiärer Bildung beitragen, sollten aber nicht die dominierende Methode zur Bewertung von Hochschulen sein. Rankings liefern eine markt-orientierte Perspektive, die die Arbeit von Regierungen, Akkreditierungseinrichtungen und unabhängiger Evaluations-Agenturen ergänzen können.
2.    ihre Zielsetzung und Zielgruppen klar benennen. Rankings müssen mit Blick auf ihre Zielsetzung konzipiert werden. Indikatoren, die entwickelt wurden, um eine bestimmte Zielsetzung zu verfolgen bzw. Informationen für eine spezifische Zielgruppe zu liefern, sind für andere Zielsetzungen und Zielgruppen möglicherweise inadäquat. 
3.    die Heterogenität von Hochschulen anerkennen und die Unterschiedlichkeit der Ziele und Profile von Hochschulen berücksichtigen. Qualitätsindikatoren für forschungsorientierte Hochschulen sind andere als für Hochschulen, die einen breiten Bildungszugang im regionalen Kontext gewährleisten wollen. Der Sachverstand der gerankten Institutionen und von Experten sollte in die Konzeption von Rankings eingebunden werden.
4.    ihre Datenquellen klar herausstellen und deren Aussagefähigkeit thematisieren. Die Relevanz von Ranking-Ergebnissen hängt von ihrer Zielgruppe und ihren Datenquellen (z.B. statistische Datenbestände, Umfragen unter Studierenden, Professoren, Arbeitgeben). Gute Praxis zeichnet sich durch die Kombination verschiedener Perspektiven aus, um ein vielschichtigeres Bild der komplexen Leistungen von Hochschulen zeichnen zu können. .
5.    den sprachlichen, kulturellen, ökonomischen und historischen Kontext der Hochschulsysteme spezifizieren, die sie umfassen. Insbesondere internationale Rankings sollten sich möglicher Verzerrungen bewusst sein. Nicht alle Hochschulsysteme teilen die selben Werte und Vorstellungen hinsichtlich der Bestimmung von „Qualität“ tertiärer Bildung. .

B) Konzeption und Gewichtung von Indikatoren
6.    ihre Methodik transparent machen. Die Methodik sollte klar und unwidersprüchlich sein. Die TRansparenz soll sich auf die Berechnung der Indikatoren ebenso wie auf den Ursprung der Daten beziehen. Be transparent regarding the methodology used for creating the rankings.
7.    ihre Indikatoren nach Kriterien der Relevanz und Validität auswählen. Die Auswahl der Daten sollte an ihrer Aussagefähigkeit hinsichtlich der Leistung von Hochschulen orientiert sein, nicht allein an der Verfügbarkeit von Daten. Rankings sollten klar heraus stellen, warum Indikatorne einbezogen sind und wofür sie stehen sollen.
8.    soweit wie möglich Output-Größen messen. Input-Indikatoren sind wichtig, insofern sie die allgemeinen (Studien-)Bedingungen von Hochschulen widerspiegeln und meist besser verfügbar sind. Ouput-Indikatoren können jedoch einen besseren Einblick in die Leistungsfähigkeit von Institutionen und Studiengängen bieten; die Anbieter von Rankings sollten auf eine ausgewogene Balance zwischen Input- und Output-Indikatoren achten..
9.   - soweit sie ihre Indikatoren gewichten - deren Gewichte transparent machen und Veränderungen der Gewichtungen minimieren. Veränderungen in der Gewichtung der Indikatoren erschweren den Nutzern die Interpretation von Veränderungen in Ranking-Ergebnissen; sie machen es schwer, zu erkennen, ob Veränderungen auf wirkliche Veränderungen an den Hochschulen oder auf eine veränderte Methodik zurückzuführen sind.

C) Erhebung und Aufbereitung der Daten
10.    ethische Standrads und die hier entwickelten Prinzipien beachten. Um die Glaubwürdigkeit von Rankings zu gewährleisten, sollten diejenigen, die die Daten für Hochschulrankings erheben, so unabhängig und neutral wie möglich sein.
11.    so weit wie möglich bestätigte und verifizierbare Daten nutzen. Solche Daten haben eine Reihe von Vorteilen, so z.B. die Tatsache, dass sie von den einbezogenen Institutionen anerkannt sind und dass sie wirklich vergleichbar sind.
12.    sollten nur Daten zu Grunde legen, die nach den Standards wissenschaftlicher Datenerhebung gewonnen worden sind. Daten aus nicht-repräsentativen oder verzerrten Stichproben von Studierenden, Lehrenden oder andren Grundgesamtheiten sollten nicht verwendet werden. Include data that are collected with proper procedures for scientific data collection.
13.    sollten selbst Mechanismen und Verfahren zur Qualitätssicherung anwenden. Hierzu zählt die Expertise aus Evaluationen im Hochschulbereich; diese sollte genutzt werden, die Rankings selbst zu evaluieren. Rankings sollten als lernende Systeme konzipiert sein, die ihre Methodik kontinuierlich unter Einschluss externern Sachverstandes.
14.    sollten organisatorische Maßnahmen ergreifen, die ihre Glaubwürdigkeit erhöhen. Hierzu können z.B. beratende Beiräte und Steuerungsgruppen gehören; vorzugsweise mit internationaler Beteiligung.

D) Veröffentlichung von Ranking-Ergbnissen
15.    sollten für die Nutzer alle Faktoren transparent machen, die zur Enstehuing des Rankings beigetragen haben und ihnen die mehrere Möglichkeit geben, die Ergebnisse zu nutzen. Zudem sollten die Nutzer die Möglichkeit haben, eigene Entscheidungen hinsichtlöich der Relevanz und Gewichtung von Indikatoren zu treffen.
16.    sollten in einer Weise erstellt werden, die die Häufigkeit von Fehlern in den Daten auf ein Minimum reduziert; sie sollten in einer Weise publiziert werden, dass Fehler korrigiert werden können. Hochschulen und Öffentlichkeit sollten über Fehler informiert werden.

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